Ist Futterteig für Bienen im Oktober zu spät? Herbstfütterung und Wintervorräte
Ist es im Oktober bereits zu spät für Futterteig für Bienen? Diese Frage bekommen wir von Imkerinnen und Imkern sehr häufig. Mit den kühleren Herbsttagen entsteht schnell der Eindruck, dass die Einfütterung abgeschlossen ist und das Bienenvolk nun ausschließlich von den bereits eingelagerten Wintervorräten leben sollte.
Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Auch an sonnigen Oktobertagen können die Bienen noch aktiv sein und ausfliegen. Je nach Region, Wetter und Zustand des Volkes kann außerdem noch Brut vorhanden sein. All das kostet Energie.
Entscheidend ist nicht allein das Datum im Kalender, sondern der aktuelle Zustand des Bienenvolkes, die vorhandenen Wintervorräte, das Wetter und das Ziel der Zufütterung.
Futterteig kann auch im Herbst eine sinnvolle Ergänzung der Bienenfütterung sein.
Warum verbrauchen Bienen bereits im Herbst ihre Wintervorräte?
Ein Bienenvolk befindet sich im Oktober nicht automatisch bereits in vollständiger Winterruhe. An wärmeren und sonnigen Tagen fliegen die Bienen noch aus, nutzen mögliche letzte Nahrungsquellen und absolvieren Reinigungsflüge.
Jeder Flug bedeutet jedoch Energieverbrauch. Auch die Temperaturregulierung im Bienenstock und die Versorgung eventuell noch vorhandener Brut benötigen Energie.
Gleichzeitig ist die natürliche Tracht auf den meisten Standorten zu dieser Jahreszeit bereits sehr schwach oder vollständig beendet. Die Bienen greifen deshalb zunehmend auf die im Volk eingelagerten Wintervorräte zurück.
Wintervorräte sind keine unangetastete Reserve, die erst bei starkem Frost benötigt wird. Das Bienenvolk kann bereits im Herbst davon zehren, sobald kaum noch Nektar von außen eingetragen wird.
Wann ist Futterteig im Oktober sinnvoll?
Die Zufütterung mit Futterteig kann im Herbst vor allem dann sinnvoll sein, wenn dem Bienenvolk eine leicht erreichbare zusätzliche Energiequelle angeboten oder die Ernährung gezielt ergänzt werden soll.
Im Gegensatz zu flüssigem Sirup besitzt Futterteig für Bienen nur einen geringen Wasseranteil. Die Bienen müssen ihn deshalb nicht auf dieselbe Weise verarbeiten wie größere Mengen Flüssigfutter. Gerade bei sinkenden Temperaturen kann feste Bienennahrung daher eine praktische Lösung sein.
Unser komplettes Sortiment finden Sie in der Kategorie Futterteig für Bienen.
Welcher Futterteig eignet sich im Herbst?
Nicht jedes Bienenvolk benötigt im Oktober dieselbe Art der Ergänzungsfütterung. Bei der Auswahl sollte berücksichtigt werden, in welchem Zustand sich das Volk befindet und welches Ziel mit der Fütterung verfolgt wird.
Apivet Z mit Zeolith ist ein Zucker-Honig-Futterteig mit dem natürlichen Mineral Klinoptilolith.
Zeolith besitzt eine poröse Struktur und adsorptive Eigenschaften. Dadurch kann es bestimmte unerwünschte Stoffe im Verdauungstrakt binden. Apivet Z kann deshalb als Bestandteil einer Herbstfütterung eingesetzt werden, die auf die Unterstützung des Verdauungsmilieus und die Entlastung des Verdauungstraktes ausgerichtet ist.
Wichtig ist: Zeolith sollte nicht als Arzneimittel gegen Nosemose verstanden werden. Es handelt sich um eine funktionelle Futterkomponente und nicht um einen Ersatz für eine tierärztliche Diagnose oder notwendige Behandlungsmaßnahmen.
Apivet H mit Huminsäure ist ein funktioneller Futterteig zur Unterstützung der Verdauung und des Darmmilieus der Bienen.
Huminstoffe werden insbesondere wegen ihrer Bindungseigenschaften eingesetzt und können die Fütterung in einer Phase ergänzen, in der der Verdauung und der allgemeinen Kondition des Bienenvolkes besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.
Apivet DF mit Aminosäuren und Vitaminen enthält freie Aminosäuren und Vitamine und wurde zur Ergänzung der Ernährung sowie zur Unterstützung der Brutentwicklung entwickelt.
Ist im Volk noch Brut vorhanden und stehen gleichzeitig nur geringe natürliche Pollenreserven zur Verfügung, kann eine gezielte Ergänzung mit Aminosäuren sinnvoll sein.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Bienenvolk im Oktober Aminosäuren-Futterteig benötigt. Die Entscheidung sollte immer anhand der tatsächlichen Situation im Bienenstock getroffen werden.
Warum kann Futterteig im Herbst praktischer sein als weiterer Sirup?
Bei der Herbstfütterung muss zwischen dem Aufbau der eigentlichen Wintervorräte und einer späteren Ergänzungsfütterung unterschieden werden.
Der Großteil des Winterfutters sollte rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit eingelagert sein. Soll dem Volk später dennoch eine zusätzliche Energiequelle zur Verfügung gestellt werden, ist fester Futterteig eine praktische Möglichkeit.
Flüssigfutter enthält deutlich mehr Wasser, das von den Bienen verarbeitet werden muss. Mit sinkenden Temperaturen gewinnt deshalb Futter mit einem niedrigen Wassergehalt an Bedeutung.
Das Bienenvolk muss über genügend gut erreichbare Wintervorräte verfügen. Futterteig ist eine Ergänzung beziehungsweise Reserve und kein Ersatz für ausreichend eingelagertes Winterfutter in den Waben.
Wie wird Futterteig im Oktober gegeben?
Bei niedrigeren Temperaturen ist besonders wichtig, dass die Nahrung für die Bienen leicht erreichbar bleibt. Der Futterteig wird deshalb möglichst nah am Bienensitz, in der Regel oberhalb der Oberträger, entsprechend der Beutenkonstruktion und der Anwendungsempfehlung des jeweiligen Produktes platziert.
Je stärker die Temperaturen sinken, desto weniger sollte das Bienenvolk unnötig auseinandergenommen werden. Das Einlegen des Futterteiges sollte deshalb an einem geeigneten Tag schnell erfolgen, ohne die Beute längere Zeit geöffnet zu lassen.
Was sollte vor dem Winter noch kontrolliert werden?
Futterteig allein löst selbstverständlich nicht alle Probleme eines Bienenvolkes. Vor der Einwinterung sollten vor allem die Volksstärke, die Menge und Erreichbarkeit der Futtervorräte, der allgemeine Zustand des Volkes sowie die Belastung durch Varroa destructor berücksichtigt werden.
Erst die Kombination aus ausreichenden Wintervorräten, einer gut entwickelten Winterbienengeneration, geeigneter Ernährung und einem möglichst geringen Krankheits- und Varroadruck schafft gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Überwinterung.
Mehr über die Vorbereitung der Winterbienengeneration und die Unterstützung der Verdauung erfahren Sie auch in unserem Beitrag Phase 4 der Bienenfütterung: Starke Winterbienen und effektiver Darmschutz vor der Einwinterung .
Ist es im Oktober also zu spät für Futterteig?
Nicht automatisch. Der Oktober bedeutet nicht, dass ein Bienenvolk plötzlich keine Nahrung mehr verbraucht. An wärmeren Tagen können die Bienen weiterhin aktiv sein und je nach Situation auch zusätzlich angebotenen Futterteig aufnehmen.
Entscheidend ist deshalb nicht ausschließlich der Kalender, sondern der Zustand des jeweiligen Bienenvolkes, das Wetter und die vorhandene Futtermenge.
Verfügt das Bienenvolk über ausreichend gut erreichbare Wintervorräte, muss nicht allein deshalb zugefüttert werden, weil Oktober ist. Fehlen jedoch Vorräte oder soll die Ernährung gezielt ergänzt werden, kann ein passend ausgewählter Futterteig auch im späten Herbst eine praktische Unterstützung sein.
Häufige Fragen zur Bienenfütterung im Oktober
Kann ich meinen Bienen auch im Oktober Futterteig geben?
Ja. Abhängig vom Zustand des Bienenvolkes und vom Wetter kann Futterteig auch im Oktober und später sinnvoll sein. Feste Bienennahrung wird insbesondere als Ergänzung oder zusätzliche Futterreserve eingesetzt.
Was ist im Herbst besser: Futterteig oder Zuckersirup?
Das hängt vom Zeitpunkt und vom Ziel der Fütterung ab. Die eigentlichen Wintervorräte sollten rechtzeitig aufgebaut werden. Mit sinkenden Temperaturen kann fester Futterteig aufgrund seines deutlich geringeren Wassergehaltes praktischer sein.
Brauchen Bienen im Oktober Aminosäuren?
Nicht jedes Bienenvolk. Ist noch Brut vorhanden und fehlen gleichzeitig natürliche Proteinquellen oder ausreichende Pollenvorräte, kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein. Entscheidend ist der tatsächliche Zustand des Volkes und nicht allein das Datum.
Kann Futterteig die Wintervorräte schonen?
Eine zusätzliche Energiequelle kann den Verbrauch der in den Waben eingelagerten Vorräte reduzieren, sofern die Bienen den Futterteig gut erreichen und aufnehmen können. Grundlage einer erfolgreichen Überwinterung bleiben jedoch ausreichend vorhandene und richtig platzierte Wintervorräte.
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